Wo bist Du positioniert – zu Römer 13

Martin Baron – Gast Philipp Schreiber

Lange Zeit führte er in der westlichen Christenheit ein Schattendasein, der Bibelvers Römer 13,1: „Seid untertan der Obrigkeit!“, schien er doch in unserer Gesellschaft keine besonders große Relevanz zu haben.

Doch vor einigen Monaten änderte sich dies schlagartig und der Vers wurde in christlichen Gemeinden zu einer der meistzitierten Bibelstellen überhaupt.

Warum pochen auf einmal so viele Christen auf diesen Vers? Was wollen sie zum Ausdruck bringen, wenn sie sich auf diese Bibelstelle berufen? Sind diese Positionen in Übereinstimmung mit dem Gesamtzeugnis der Schrift?

Wie hat sich die Lehre vom unbedingten Gehorsam auf die Gemeinden ausgewirkt? Und was sagt eigentlich Gott dazu? Fordert Er von uns grenzenlosen Gehorsam gegenüber staatlichen Obrigkeiten? Und falls dieser Gehorsam Grenzen haben sollte:

Wann müssen wir denn nun gehorsam sein und wann nicht? Diese Fragen schlüssig zu beantworten, ist für das Volk Gottes in unseren Tagen von größter Wichtigkeit. Sei dabei, wenn Sigrid und Martin mit Studiogast Philipp Schreiber über dieses für Christen so brisante Thema sprechen. Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat.

Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet. Römer 13,1 Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen! Apostelgeschichte 5,29


0 0 Stimmen
Artikel-Bewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
1 Kommentar
Älteste
Neu Meist bewertet
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
Jörg Werner

Hallo liebe CiW, Ja, man muss Rö13 im Gesamtkontext der Bibel sehen. Hier einige Stichpunkte aus einem umfangreichen Script dazu: Ca. 200 Jahre lang bis 1250 bis 1050 v.Chr. wurde das Volk Gottes von Gott selbst geführt, daneben gab es nur die Richter und Propheten. 1. Sam 8 : Der letzte Richter Israels ist Samuel.
Executive (bzw. Das von Gott gelenkte Volk selbst), Legislative mit Gottes Geboten abgeschlossen aber Judikative (Richter). 050 v.Chr.:
Die Ältesten des Volkes fordern einen König, „damit auch wir seien wie alle Heidenvölker!“
Saul: Samuel kündigt schon bald das erste Mal an, dass Sauls Königreich wegen seiner Gebotsübertretung keinen Bestand haben wird und Gott sich einen Nachfolger sucht. Wir erkennen hier deutlich, dass es Gott nicht um eine von ihm eingesetzte Regierung geht, die Bestand haben soll. Diese Formulierung finden wir erst im Römerbrief. Gott ist es viel wichtiger einen Mann nach seinem Herzen zu haben. Gott wollte schon vorher, dass sein Volk ihm nachfolgt. Die neue, auf Wunsch des Volkes entstandene Situation, jetzt einen König als Mittelsmann zu haben, macht die Nachfolge nicht einfacher. Saul wird auf Wunsch des Volkes – nicht auf Wunsch Gottes – König. Saul leistet sich schon bald Eigenmächtigkeiten, die sein Volk wie auch seinen Sohn in Gefahr bringen. Es wird deutlich, dass hier Berufung und Nachfolge nicht mehr stimmig sind, Gott seinen Segen somit von Saul abzieht. In Kapitel 15 bereut Gott sogar, Saul jemals zum König gemacht zu haben. Gotte durchschaut die täuschende Absicht in der Busse Sauls. Saul wird von Zeit zu Zeit von einem bösen Geist befallen. In der Zwischenzeit bekommt Samuel den Auftrag David heimlich zum König zu salben. Trotzdem wird es noch Jahre dauern, bis David König werden kann. Hier sehen wir ein zweites Mal, wie der „Wunschkandidat“ Gottes für die Regierung Israels nicht deckungsgleich ist mit dem, der an der Macht ist. Immerhin 40 Jahre lang klammert Saul sich an die Macht. Inzwischen gelangt David zunächst als Harfenspieler , später als Waffenträger an den Hof. Wie wir alle wissen, verschlechtert sich Sauls Geisteszustand, so dass er David nach dem Leben trachtet. Später muss David sogar flüchten und sich lange Zeit verstecken. Bei der Suche nach David lässt Saul aus Rache eine Gruppe Priester ermorden. Während der Verfolgung durch Saul hätte David mehrmals Gelegenheit gehabt Saul zu töten, verschont ihn aber jedes Mal. Dazu sollten wir uns daran erinnern, dass Gott sein Volk vor einem König gewarnt hatte. Viel lieber wollte der Herr selbst König seines Volkes sein. Hier sehen wir, wie menschliche, nämlich Sauls, Eitelkeit, Stolz und Machthunger den Plan Gottes durchkreuzt haben, wie die von Gott eingesetzte Obrigkeit, David, nicht den Thron einnehmen konnte. Nicht jeder, der die Herrschaft ausübt, ist auch die von Gott eingesetzte Obrigkeit.
Gottes Segen, Euer Jörg Werner – joerg.r.werner@web.de

1
0
Über ein Kommentar würden wir uns freuen.x
()
x