Von Volker

Der ehemalige luxemburgische Premier Jean Claude Juncker sagte einmal ganz unverblümt:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter- Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt!“

Inzwischen dürfte allen klar geworden sein: der Souverän, nämlich wir, ist zum Befehlsempfänger degradiert worden. Wir sind Untertanen und werden beherrscht!

Die Kabarettistin Lisa Eckhardt hat umschrieben, wie es um uns steht:

„Nun gibt es aber eben solche, die schlichtweg zu intelligent sind, um sich manipulieren zu lassen, auch solche, welche schlichtweg zu schlicht sind.“

Ich möchte etwas sagen zur Rolle oder vielmehr zum Schweigen der Kirchen in der Pandemie:
Einst hieß es: „Fürchtet Euch nicht!“
Der Psalmist sang: „Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten.“

Neben den Kirchensteuereinnahmen beziehen die Kirchen jährlich 569 Millionen sogenannte Staatsleistungen. Zahlungen des Staates an eine Institution, die jegliche Aufgabe verloren hat, da offensichtlich unser Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen Schöpfer.., bedeutungslos geworden ist.

Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm verkündet diesen Abschied von unserem Gott, und er in seiner Position muss es doch wissen, wenn er sagt: „Wir müssen Abschied nehmen von einem Bild von Gott als einem, der alles unter Kontrolle hat.“

Was sagt er da? Gott ein Gott ohne Allmacht. Was bedeutet es für eine Kirche, die sich ihres Glaubens schämt, wenn sie kein Reden mehr kennt über Krankheit und Tod, über die letzten Dinge, so zentrale Aussagen unseres christlichen Glaubens?

Wenn der Kirche leeres Grab, Auferstehung und Paradies peinlich sind und ihr die Dimension des Ewigen und mithin der Trost verlustig sind, dann sollte sie endlich und sehr bescheiden auf die staatlichen Zuwendungen verzichten und vielleicht sogar freiwillig an Rückerstattungen eben dieser Staatsleistungen sowie der Kirchensteuer denken, denn der Gläubige darf sich um seinen Glauben betrogen fühlen.

Was Wunder, dass den Kirchen die Mitglieder davonlaufen.

Es mag ja sein, daß es , wie der katholische Bischof Reinhard Marx meint, mehrere Wege des Glaubens gibt; die Kirchenmitglieder jedoch müssen sich fragen, von welchem Glauben hier überhaupt noch gesprochen wird.

In zweitausend Jahren Kirchengeschichte ist zu keiner Zeit – auch nicht in Zeiten schlimmster Verfolgung oder in Zeiten der Pest- das Osterfest ausgefallen. Weihnachten 2020 fand auch nur halbherzig statt. Bei vielen Menschen fand keine Sterbebegleitung statt. Stattdessen fordert die Kirche soziale Distanzierung zur Überwindung der Pandemie, statt den Menschen im Glauben und mit Zuversicht deren Rückhalt zu stärken und die Menschen mit Hoffnung zu erfüllen.

Auf den Einwand, dass Menschen allein stürben, äußerte der Theologe und ehemalige Vorsitzender des Ethikrates: „ Menschen sterben auch oft im Operationssaal allein!“

Wie verkommen und zynisch sind solche Aussagen?

Todesangst sollte für Christen nicht das Mittel der Wahl sein.

Neben der Verheißung: „Fürchtet Euch nicht!“ wäre immer noch zu beten: „Mein Gott und Herr, ist es Dein Wille und Befehl, dass ich sterben soll, so bin ich herzlich wohl zufrieden.“

Vielleicht würde man so einen Gottesruf heute nicht mehr so feierlich formulieren, in der Sache trifft es aber auch heute zu: die christliche Versicherung hat immer noch Gültigkeit: Der Glaube an Jesus Christus lehrt uns:

Mit Freuden will ich meinen Tod erwarten, denn ich bin mir gewiss, eins mit Jesus zu werden. Sterben muss ich und mit mir alle Menschen auf Erden und so weiss ich keine bessere Zeit als die, die Du bestimmst und benennst.

Fürchtet Euch nicht! ist ein Ruf der Euch aufwecken soll! Steht füreinander ein, gebt Euch gegenseitig Halt, Macht Euch Mut! Seid Menschlich!

Das ist der wahre Glaube!


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